Brühlgutpark, Winterthur

Betoncollier und tanzender Zaun

Historische Plandarstellungen und Fotografien zeigen den um 1870 von Conrad Loewe geschaffenen Villengarten als zeittypischen Landschaftsgarten mit malerischer Wegeführung. Da zum Zeitpunkt der Umgestaltung nur noch geringe Spuren der ursprünglichen Parkgestaltung erhalten waren, entschieden wir uns für eine zukunftsfähige Erneuerung, bei der die Grundkonzeption des malerischen Landschaftsgartens gestalterisch neu interpretiert wurde und die Einbindung der historisch bedeutenden Baumgruppen von zentraler Bedeutung war. Durch wenige Gestaltungs- und Schmuckelemente erhält der Park eine unverwechselbare Identität und einen hohen Gebrauchswert für verschiedene Bevölkerungsgruppen. Durch einen neuen Treppenaufgang und ausgelichtete Blickbezüge wird die Verbindung zwischen Park und Alterszentrum verbessert und der Brühlgutpark zu einem «Park der Generationen» verbunden.

Die eingefasste Rasenfläche verleiht dem Park als «Pleasureground» eine identitätsprägende Figur und bildet die «soziale Mitte». Der Rasen wird von einem skulpturalen Betonband umfasst, welches sich subtil in das Gelände schmiegt und örtlich als Sitzkante aufgeworfen ist. Dieses «Beton-Collier» wird von einer schwingenden Wegfigur als «Pleasureway» umspielt, mit angelagerten Sitznischen.

Eine bewegte Baumkulisse rahmt den Park mit thematischen Gehölzgruppen. Als Kontrast zur offenen Rasenfläche sind die umgebenden Partien mit üppigen Staudenpflanzungen versehen. Ein hoher Zaun aus gebogenen und rotierend angeordneten Staketen bildet als kinetisches Ornament eine neue «Park-Fassade», welches aus der Bewegung des Strassenraumes in unterschiedlichem Tempi erlebbar ist. Je nach Perspektive lässt er die Einsicht in den Park offen oder verdichtet sich zu einem räumlichen Wellenmuster.

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Bauherrschaft
Stadt Winterthur, vertreten durch Stadtgärtnerei Winterthur

Bauingenieur
Dr. Deuring + Oehninger AG, Winterthur

Projektdaten
Studienauftrag: 2006, 1. Preis
Projekt und Realisation: 2007-2010

Auszeichnung
«Hase in Gold» – Auszeichnung für gute Landschaftsarchitektur, 2010
Schulthess-Gartenpreis 2011, Auszeichnung für eine herausragende Leistung auf dem Gebiet der Gartenkultur
Deutscher landschaftsarchitekturpreis 2011 – Anerkennung

Projekt von Rotzler Krebs Partner