Wohnüberbauung Hardegg, Bern

Weite Räume

Die ortsprägende Weiträumigkeit wird in der grossmassstäblichen Wohnbebauung als landschaftlich inspirierter Freiraum fortgesetzt. Architektur und Landschaft bedingen sich hier gegenseitig: nur durch die bauliche Konzentration konnten die weiten Aussenräume freigespielt werden, die sich zwischen Langhaus und Punkthäusern als weitläufige Wiesenflächen aufspannen. Als Antwort auf die unsichtbare Mülldeponie, welche gesichert unter der Wohnsiedlung liegt, haben wir uns entschlossen ein undogmatisches Naturbild zu entwickeln, das eine nutzerorientiertes Wohnumfeld mit entspannter Nähe zur Natur miteinschliesst.

Die Künstlichkeit der Situation wird reflektiert durch die Setzung formal einprägsamer Gestaltungselemente. Ein Set aus runden Objekten, Spielinseln, Trittplatten, Baumscheiben, Sitzringen, Brunnen, Poller und Belagsmarkierungen, kontrastieren bewusst die Naturhaftigkeit der «sanierten Landschaft» mit dem künstlich angelegten Bachlauf.

Auf einer sanft gestuften Topographie aus verschiedenen Kiessubstraten entwickeln sich artenreiche Magerwiesentypen, in welche sind Aufenthaltsinseln eingestreut sind, die mit «befestigten Trampelpfaden» untereinander verbunden sind.

Ein Teil des unterirdisch verlaufenden Sulgenbachs wird an die Oberfläche gebracht, wo er zwischen bespielbaren Betoninseln durch die weich modellierte Kieslandschaft mäandriert. Er tritt erkennbar als Quellbrunnen aus dem Boden und taucht im Bereich des grossen Spielplatzes hörbar über einen Sturzbrunnen wieder ab.

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Bauherrschaft
Baugenossenschaft Brünnen-Eichholz, Bern

Architektur
Matti Ragaz Hitz Architekten AG, Liebefeld

Projektdaten
Wettbewerb: 2003
Projekt und Realisation: 2003-2008

Auszeichnung
ATU PRIX 2009, Stiftung Bernischer Kulturpreis für Architektur, Technik und Umwelt

Projekt von Rotzler Krebs Partner