Das Entfernen von Ufermauern und Sohlenverbauung bricht das enge Korsett auf. Kleinteilige, geometrisch geformte Wege führen tektonisch abgestuft über Plätze, Terrassen und Brücken zum Fluss, wo sie sich im Kontrast mit der wilden Auenvegetation zu einem poetischen Naturraummitten in der Stadt verdichten. Renaturierung heisst hier nicht, einen hypothetischnatürlichen Zustand wiederherzustellen, sondern dem Fluss eine neue Gestalt und einen neuen Sinn zu geben. Strukturelemente wecken die selbstformenden Kräfte der Eulach und dynamisieren den Flusslauf. Betonplattformen mit integrierten Fischunterständen bilden künstliche Felsen. Sie lenken als erratische Objekte den Wasserlauf, laden zum Aufenthalt am Wasser ein oder ermöglichen als Furt eine spielerische Flussquerung. Der Entwurf antizipiert die heftigen Hochwasserspitzen der Eulach durch strömungsfeste Ortbetonwege und Auenvegetation, die widerstandsfähig sind gegenüber periodischen Überflutungen.